Flucht und Dialog Asien

Die DW Akademie unterstützt Informationsangebote von und für Geflüchtete in Asien, qualifiziert Medienschaffende und Fachleute und fördert den Dialog mit aufnehmenden Gesellschaften.

 Diskussionsveranstaltung Yard Meeting im Distrikt Cox's Bazar
Bild: YPSA

Umfangreiche Flucht- und Migrationsbewegungen prägen Asien. In den am meisten betroffenen Ländern der Region – Bangladesch, Pakistan, Afghanistan und Myanmar – sind zugleich die Medienfreiheit und das Recht auf freie Meinungsäußerung eingeschränkt.

In den meisten Aufnahmeländern haben Migrantinnen, Migranten und Vertriebene kaum Zugang zu Informationen über ihre Situation, und eine ausgewogene Berichterstattung ist selten. Außerdem fehlt ihnen der direkte Zugang zu Medien oder journalistischen Plattformen, um sich Gehör zu verschaffen, sodass sie vom öffentlichen Diskurs über Vertreibung und Migration ausgeschlossen sind, obwohl sie im Mittelpunkt beider Themen stehen.

Die Aufnahmegesellschaften erfahren ebenfalls wenig über ihre Hoffnungen und Sorgen, und ein direkter Austausch findet selten statt. So entstehen stereotype Narrative, Vorurteile, Gerüchte und Fehlinformationen, die zu einer zunehmenden Feindseligkeit gegenüber Geflüchteten und Migrantinnen und Migranten führen können.

Unser Engagement

Die DW Akademie setzt sich daher dafür ein, dass Geflüchtete sowie Migrantinnen und Migranten in Asien ihr Recht auf Zugang zu Informationen und auf freie Meinungsäußerung wahrnehmen können. Sie sensibilisiert außerdem Medienschaffende und Fachleute für eine Berichterstattung jenseits der gängigen Klischees und fördert den Dialog mit den Aufnahmegesellschaften.

Laden Sie unseren Evaluationsbericht zum Projekt am Ende der Seite herunter. (auf Englisch)

Bangladesch

DW Akademie | Interview Voice of Palong Team in Cox's Bazar
Rohingya-Geflüchtete und Einmische bei Aufnahmen für die Radiosendung. Bild: YPSA

In Bangladesch unterstützt die DW Akademie ihre Partner, die mit Rohingya in den Geflüchtetenlagern und Interessierten aus den umliegenden Dörfern arbeiten. Sie werden bei der Produktion einer wöchentlichen Radiosendung und visueller Formate sowie bei Live-Dialogveranstaltungen betreut, die sich mit alltäglichen Themen und Herausforderungen in den Geflüchtetenlagern und Umgebung befassen.

Die Freiwilligen sind selbst von Vertreibung betroffen und gelten daher in den sonst schwer erreichbaren Gemeinschaften als glaubwürdig.

Außerdem arbeitet die DW Akademie mit Lokaljournalistinnen und -journalisten im Umfeld der Flüchtlingscamps sowie mit örtlichen Medienhäusern zusammen, um eine konstruktive und geschlechtersensible Berichterstattung zu fördern.

In einem weiteren Projekt unterstützen wir den von der Gemeinschaft initiierten Dialog zwischen jungen Menschen in Bangladesch und Myanmar, um gegenseitiges Verständnis, Konfliktlösung und Frieden zu fördern. Das Projekt zielt auch darauf ab, Kommunikations- und Wissenslücken zwischen den verschiedenen ethnischen Gruppen in Myanmar zu schließen, wo seit 2021 militärische Gräueltaten und Bürgerkrieg das soziale Gefüge zerrissen haben und Identitätspolitik unzählige Konfliktlinien geschaffen hat. 

Pakistan

Trainingssituation zur Einübung von Bildproduktion
Community Reporter lernen die Feinheiten der Videoproduktion mit dem Smartphone. Bild: Power99

Traditionelle Medien in Pakistan berichten selten über die große Gemeinschaft afghanischer Geflüchteter, obwohl einige Menschen bereits seit Jahrzehnten dort leben. Da die Afghaninnen und Afghanen nicht Teil der Medienlandschaft sind – weder als Reporterinnen und Reporter noch als Menschen, über die Berichtet wird –, bilden unsere Partner Mitglieder dieser alteingesessenen Minderheit und inzwischen auch neu in Pakistan Eingetroffene zu Community-Reporterinnen und Reportern aus.

Die DW Akademie hat das Projekt 2021 mit zwei Partnerorganisationen – Tribal News Network und The Communicators – gestartet und waren damit Pioniere in Pakistan. Die Teilnehmenden werden bei der Produktion von Inhalten für Radio oder digitale Plattformen betreut. Ein weiterer Partner bringt afghanische Community-Medienschaffende mit professionellen pakistanischen Journalistinnen und Journalisten zusammen, und zu zweit produzieren sie Geschichten für nationale Medien.  

Afghanistan

Aziza Akbari Journalistin aus Afghanistan
In Afghanistan werden kritische Stimmen nicht mehr geduldet. Tausende Journalistinnen und Journalisten haben das Land verlassen. Bild: Mustafa Akbari

Die Taliban haben im August 2021 die Macht in Afghanistan übernommen. Seitdem können nur noch Medien im Exil kritisch berichten. Die DW Akademie unterstützt ausgewählte afghanische Medien im Exil mit Beratung zur Zukunftsfähigkeit für Management und Mitarbeitende. Außerdem bieten wir maßgeschneiderte Schulungen und finanzielle Unterstützung an. Ein journalistischer Schwerpunkt liegt auf der Darstellung der Perspektiven afghanischer Frauen.  

Regional

Nepal | Konferenz “Displacement and Vulnerabilities - A Conference on Forced Migration and Media in South Asia” in Lalitpur
Konferenzteilnehmende aus Asien arbeiten heraus, dass trotz großer Unterschiede ihrer Länder die Herausforderungen im Fluchtkontext ähnlich sind. Bild: CRG

Auf regionaler Ebene schulen wir Medienfachleute aus ganz Asien in präziser, konfliktsensibler und informativer Berichterstattung über Geflüchtete und Migranten. An diesen Schulungen nehmen auch Geflüchtete und Migranten selbst teil, damit sie sich am öffentlichen Diskurs beteiligen können. Wir fördern den Dialog und den Wissensaustausch zwischen Geflüchteten und Aufnahmegemeinschaften sowie zwischen Vertriebenengemeinschaften und zwischen Exilmedien aus verschiedenen Ländern. Auf regionalen Konferenzen bringen wir Medienfachleute, Expert innen und Experten und, soweit möglich, Vertretende von Geflüchteten- und Migrantengemeinschaften zusammen, um bewährte Verfahren auszutauschen und grenzüberschreitend zusammenzuarbeiten. 

Mittelgeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), Europäische Union (EU)

Program Director: Andrea Marshall 

Standorte: Cox’s Bazar und Dhaka (Bangladesch), Provinz Khyber Pakhtunkhwa und Islamabad (Pakistan), Afghanistan und afghanische Diaspora, Chiang Mai (Thailand) und andere Orte in der Region

Lokale Partner: 8AM Media (Hasht-e-Subh Daily), Young Power in Social Action (YPSA), Ain o Salish Kendra (ASK), Tribal News Network (TNN), The Communicators, EngageMedia, Digital Resilience Asia-The Red Flag

Schwerpunkte: Soziale Teilhabe, Qualifizierung, Lobbyarbeit der Zivilgesellschaft für Meinungsfreiheit, Teilhabe benachteiligter Gruppen, Konflikt und Medien/ konfliktsensible Berichterstattung, journalistische Professionalität und Netzwerke, Zukunftsfähigkeit der Medien

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