DW Media Dialogue: Kenias Medien im Fokus

Für Journalisten könnte Kenia ein idealer Ort sein - verglichen mit anderen Staaten in Ostafrika sind die Bedingungen für Presse- und Meinungsfreiheit relativ gut. Die 2010 verabschiedete Verfassung garantiert formal Presse- und Meinungsfreiheit und vor allem im Bereich digitaler Innovationen gilt Kenia als Vorreiter, nicht nur in Afrika.
"Das Bild trügt", erklärte Prof. Levi Obonyo, Dekan der School of Communication an der Daystar University Nairobi, bei der einführenden Gesprächsrunde des fünften DW Media Dialogues. "Die Medien in Kenia werden von kommerziellen Interessen bestimmt. Die Dominanz gewinnorientierter Medienunternehmen ist eine große Herausforderung." Von einer Liberalisierung des Medienmarktes könne keine Rede sein, stellte auch Michelle Muleni, Wissenschaftlerin an der Universität Hamburg, in ihrem Vortrag heraus. Die Einflussnahme durch Politik und Wirtschaft auf die Berichterstattung fiele zu Lasten von Meinungsfreiheit und Medienvielfalt im Land.
Besonders seit den gewaltsamen Unruhen in Folge der Präsidentschaftswahlen 2007/08 habe Kenia einen Rückgang kritischer Berichterstattung erlebt. Die Angst vor Einschüchterung sei mittlerweile groß, berichtete der Journalist Josephat Nyiro-Cahro. "Journalisten müssen damit rechnen, bedroht zu werden, wenn sie kritisch über Konzerne berichten." Dem stimmte auch der bekannte Fotojournalist Boniface Mwangi zu. "Das Maß an Selbstzensur unter Journalisten ist groß", beschrieb er die Lage. Für ihn bedürfe es dringend besserer Schutzmechanismen für Journalisten.
Rückläufige Entwicklung
"Das Bild trügt", erklärte Prof. Levi Obonyo, Dekan der School of Communication an der Daystar University Nairobi, bei der einführenden Gesprächsrunde des fünften DW Media Dialogues. "Die Medien in Kenia werden von kommerziellen Interessen bestimmt. Die Dominanz gewinnorientierter Medienunternehmen ist eine große Herausforderung." Von einer Liberalisierung des Medienmarktes könne keine Rede sein, stellte auch Michelle Muleni, Wissenschaftlerin an der Universität Hamburg, in ihrem Vortrag heraus. Die Einflussnahme durch Politik und Wirtschaft auf die Berichterstattung fiele zu Lasten von Meinungsfreiheit und Medienvielfalt im Land.
Besonders seit den gewaltsamen Unruhen in Folge der Präsidentschaftswahlen 2007/08 habe Kenia einen Rückgang kritischer Berichterstattung erlebt. Die Angst vor Einschüchterung sei mittlerweile groß, berichtete der Journalist Josephat Nyiro-Cahro. "Journalisten müssen damit rechnen, bedroht zu werden, wenn sie kritisch über Konzerne berichten." Dem stimmte auch der bekannte Fotojournalist Boniface Mwangi zu. "Das Maß an Selbstzensur unter Journalisten ist groß", beschrieb er die Lage. Für ihn bedürfe es dringend besserer Schutzmechanismen für Journalisten.
Rückläufige Entwicklung

Vorgestellte Forschungsprojekte und Studien befassten sich desweiteren mit der Berichterstattung rund um die Präsidentschaftswahlen 2013. Hier identifizierte Nicholas Benequista in seiner Forschungsarbeit an der London School of Economics eine Kultur der Konfliktvermeidung in den Arbeitsbeziehungen zwischen Journalisten, Verlegern und Politikern in Kenia. Eine kritische Untersuchung der Medienbeobachtung und -auswertung in Kenia nahmen Corinne Schwegler und Christoph Spurk, Wissenschaftler an der Universität Zürich, anhand einer vergleichenden Analyse zweier Studien vor. "Das Potential der Medienbeobachtung in Kenia ist bislang kaum ausgeschöpft", so ihr Fazit.
Austausch zwischen Medien und Wissenschaft
Eine aktuelle Studie zur Relevanz von Journalistenausbildung in Kenia stellte Maryann Egbujor, Studierende des Masterstudiengangs International Media Studies (IMS) der DW Akademie vor. Ihre Masterarbeit untersucht die Zusammenhänge zwischen Ausbildung von Journalisten, Professionalität und journalistischer Ethik.
Das Symposium bot ebenfalls aktuelle Einblicke in Modelle der finanziellen Ausstattung von Community-Radios sowie Partizipation und Mediennutzung bei populären TV-Formaten. Der Austausch zwischen Medien und Wissenschaft sei enorm wichtig, resümierte Prof. Schmidt, wissenschaftlicher Leiter und Verwaltungsleiter der DW Akademie und Initiator des DW Media Dialogues. "Einschlägige Forschung ist essentiell für die Medienentwicklung in Afrika." Daher regte Prof. Schmidt an, den Austausch weiter fortzuführen und Netzwerke zwischen Medienpraktikern und Wissenschaftlern entsprechend auszubauen.
Rund 80 interessierte Experten besuchten den diesjährigen DW Media Dialogue, zu dem die DW Akademie gemeinsam mit der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg am 21.05.2014 eingeladen hatte. Eine wissenschaftliche Publikation der vorgetragenen Forschungsergebnisse erscheint in Kürze. In den Vorjahren hatte sich das internationale Symposium bereits mit den Medienlandschaften in Pakistan, Türkei, Russland sowie der arabischen Welt beschäftigt.