DW-Volos in Brüssel

Hauwau Mohammed
Was hat Dich während Deines Praktikums am meisten überrascht?
Ich war überrascht darüber, wie hektisch es bei der Arbeit werden kann. Direkt im ersten Monat ging es hier Schlag auf Schlag: das US-Militär nimmt den venezolanischen Präsidenten Maduro nach einem Angriff in Gefangenschaft, Trump und Grönland, das Weltwirtschaftsforum in Davos…
Was war Dein bisher intensivster Moment?
Ständig alles im Blick zu behalten. Vorher hatte ich noch nicht so viel Erfahrung in europäischer Politik, und plötzlich berichte ich über die aktuellen Geschehnisse, direkt aus dem Zentrum der Europapolitik. Für mich war das eine Reise, für die ich sehr dankbar bin. Ich kann mir kein vergleichbares Szenario vorstellen, in dem ich eine solche Möglichkeit erhalten hätte.

Was hast Du bisher gelernt?
Alles was ich während des Volontariats in Bonn gelernt habe, wurde hier noch einmal gefestigt. Ich habe viele Interview geführt, einige Geschichten vorgeschlagen und parallel die Entwicklungslage im Blick behalten. Allein die Möglichkeit, den Korrespondentinnen und Korrespondenten bei der Arbeit zuzuschauen, war eine großartige Lernerfahrung. Zu sehen, wie aus einer Idee eine fertige Geschichte wird. Und ich habe gelernt, wie ich Social Media-Videos interaktiver gestalten kann.

An welchen Projekten arbeitest Du in nächster Zeit?
Ich habe kürzlich einen Artikel über die Überlegungen Europas, einen speziellen Gesandten zu den Friedensgesprächen zwischen Russland und der Ukraine zu entsenden, veröffentlicht. Gerade suche ich nach einem neuen Thema und bin gespannt auf alles, was mir zugeteilt wird. Manchmal tauchen die Geschichten aus dem Nichts auf.
Was steht noch auf deiner To-Do-Liste?
Ich möchte ein Live-Training mit einem der Korrespondenten machen, die diesen Job seit Jahrzehnten machen. Ich glaube, das ist eine sehr seltene und großartige Gelegenheit, die ich wahrnehmen muss.
Melissa Escarria Parra
Was sind Deine Aufgaben in Brüssel?
Ich habe bisher hauptsächlich Online-Berichte geschrieben. Dabei ging es um Themen wie Kriegsverbrechen in Bezug auf die belgische Kolonialgeschichte, Menschenhandel und Europäische Verteidigung. Außerdem habe ich gelernt, Berichte für verschiedene Formate anzupassen. Bei einem Stück über den Fall von Patrick Lumumba habe ich mit dem Content Hub der DW zusammengearbeitet, News 24/7 und Französisch für Afrika. Wir haben verschiedene Formate erstellt, für Instagram und TikTok, Online-Artikel auf Englisch, Französisch und Spanisch, außerdem Radio-Einspieler für französischsprachiges Publikum in Afrika. Zu sehen, wie dein Bericht in verschiedenen Formaten adaptiert wird, ist sehr bereichernd.
Was hat Dich bisher am meisten überrascht?
Die Menschen in Brüssel sind sehr freundlich und lächeln meistens. Aber auch wie schnell hier alles geht. Ich bin von der Professionalität meiner Kolleginnen und Kollegen beeindruckt und von der Menge an Informationen und Kontakten, die sie haben. Das Beste an der Arbeit hier war von ihnen und ihrer Erfahrung zu lernen. Das würde ich gern in der Zukunft noch einmal wiederholen.

Was war Dein bisher intensivster Moment?
Der Bericht zum Fall von Patrick Lumumba. Vorher wusste ich sehr wenig über die belgische Kolonialgeschichte. Trotz der sehr engen Deadline konnte ich zu dem Fall berichten und geeignete Interviewpartner finden.
Was hast Du bisher gelernt?
Während meiner Zeit in Brüssel habe ich an zwei größeren Pressekonferenzen teilgenommen: eine bei der Europäischen Kommission und eine zweite im Rahmen des "Informal EU leaders' retreat 2026" in Alden Biesen in Flandern. Dabei habe ich gelernt, wie unterschiedlich die Arbeit sein kann, je nach Ort und Veranstaltung.
Die Pressekonferenz bei der Europäischen Kommission war leicht erreichbar und in der Nähe des Büros. Die Journalistinnen und Journalisten hatten eigene Mikrofone und ausreichend Platz, um Fragen zu stellen.
Im Vergleich dazu war die zweite Konferenz viel herausfordernder: es war eine Open-Air-Veranstaltung und eisig kalt draußen. Wir waren fast zwei Stunden von Brüssel entfernt und mussten uns in zwei Gruppen aufteilen, in der Hoffnung, dass wir irgendwo einen Ort finden, wo wir die Staats- und Regierungschefs in ihrer Muttersprache hören können. Alles ging viel schneller und war deutlich komplizierter.
An welchen Projekten arbeitest Du in der nächsten Zeit?
Gerade arbeite ich an einem Social-Media-Beitrag über die Anhörung im Fall Lumumba.
Was steht sonst noch auf Deiner To-Do-Liste?
Definitiv das Bier-Museum.


