Volos im DW-Studio Washington: Geschichten von unterwegs

Chui-Hui Lin
Was sind Deine Aufgaben im Studio Washington?
Zu meinen Aufgaben zählen Vox Pops (dt.: Straßenumfragen, Anm. d.Red.) zu aktuellen Ereignissen, ich arbeite als Reporterin und produziere Videos, schlage regelmäßig der Redaktion Geschichten vor.
Was hat Dich in den USA bisher am meisten überrascht?
Die Tatsache, dass so viele Menschen Trump unterstützen und wirklich die vielen Verschwörungstheorien glauben. Auch die schnellen Abläufe im Newsroom sind eine neue Erfahrung für mich.

Was war bisher Dein intensivster Moment?
Mir gefällt die praktische Berichterstattung hier vor Ort, besonders, wenn ich dabei mein Hintergrundwissen einbringen kann. Die Kolleginnen und Kollegen im Büro in Washington sind sehr hilfsbereit und unterstützen uns sehr.
Mein intensivster Moment bisher war eine Geschichte über eine Gruppe buddhistischer Mönche aus Vietnam, die über 3.700 km durch die USA gelaufen sind. Ich musste dazu einen Video-Beitrag machen, das Team brauchte umgehend das Skript, um den Beitrag zu schneiden und abzuliefern. Zusammen mit den Kolleginnen und Kollegen habe ich alles in nur drei Stunden geschafft, eine sehr straffe Deadline. Ich habe viel aus dieser Erfahrung gelernt: es war mein erster Fernsehauftritt, und es war ein großartiges Beispiel für erfolgreiche Teamarbeit.
Welche konkreten neuen Fähigkeiten hast du bisher gewonnen?
Ich habe gelernt, schnell alles für einen Dreh vorzubereiten. Und O-Töne zu fast jedem erdenklichen Thema zu geben.
An welchen Projekten arbeitest du in den nächsten Wochen?
Ich arbeite gerade an einem Beitrag über eine chinesische MAGA-Aktivistin. Durch ihre Geschichte will ich verstehen, warum sich asiatische Frauen der politischen Rechten anschließen. Ich schreibe und bereite den Bericht vor, ein Kollege übernimmt den Video-Schnitt. Team-Arbeit!
Was steht noch auf deiner To-Do-Liste für die USA?
Gute Freunde und Familie besuchen. Viele von ihnen leben in Kalifornien und während meines Aufenthalts in San Francisco hatte ich bereits die Möglichkeit, die meisten zu sehen.
Chiara Bachels
Seit wann bist du in Washington und was sind hier Deine Aufgaben?
Ich bin seit Januar in Washington D.C. und genieße die Zeit hier sehr. Vom ersten Tag an wurden meine Volo-Kollegin Chi-Hui und ich in die täglichen Aufgaben eines Auslandsstudios eingebunden. Wir reisen an den Ort des Geschehens, produzieren längere und kürzere Beiträge für alle Plattformen und sammeln Stimmen zu aktuellen Themen oder Ereignissen. Neben den täglichen Aufgaben können wir an eigenen Reportagen arbeiten, die wir produzieren, bevor es Ende Februar zurück nach Deutschland geht.

Was hat Dich in den USA bisher am meisten überrascht?
Wie unvorhersehbar hier jeder einzelne Tag ist. Wenn du aufwachst, weißt du oft nicht, was passiert, vielleicht musst du reisen oder gehst zu einer Pressekonferenz, bei der eine wichtige Neuigkeit verkündet wird. Du musst flexibel sein und bereit, zu jeder Tageszeit abzuliefern. Das Positive daran: du verbringst überraschend wenig Zeit am Schreibtisch.
Was war bisher Dein intensivster Moment?
Eine Reise nach Minneapolis, um von dort über den zivilen Widerstand gegen die Einwanderungsbehörde ICE zu berichten. Es waren dort Minus 25 Grad Celcius und ich konnte kaum den Mund bewegen. Außerdem war es interessant und herausfordernd, in einem so angespannten Umfeld zu arbeiten. Dazu gehörte auch die direkte Gefahr, die von den ICE-Agenten gegenüber Journalistinnen und Journalisten ausgeht. Zwei italienische Kollegen haben uns davon erzählt, wie ihr Auto angehalten und sie eingeschüchtert wurden, obwohl sie ihre Presseausweise vorgezeigt hatten.

Welche konkreten neuen Fähigkeiten hast Du bisher gewonnen?
Ich bin selbstbewusster im Umgang mit vielen Dingen, die wir im Rahmen des Volontariats bei der DW gelernt haben. Ich weiß jetzt, wie man vor die Kamera tritt, auf Leute zugeht und spontane O-Töne aufnimmt, und ich habe meine Fähigkeiten im Bereich Video ausgebaut. Grundsätzlich bin ich viel selbstbewusster geworden in allem, was ich tue.
An welchen Projekten arbeitest Du in den nächsten Wochen?
Das hängt auch ein bisschen von meinem Reporter-Glück ab, aber ich beschäftige mich gerade mit der Identität und Motivation von ICE-Personal und würde gern persönlich mit einigen von ihnen sprechen, denn interessanterweise sind viele von ihnen selbst Einwanderer oder haben Migrationshintergrund.
Was steht noch auf Deiner To-Do-Liste für die USA?
Ich hoffe immer noch, dass ich einmal dabei sein kann, wenn Trump mit seinem Helikopter hinter dem Weißen Haus landet. Ich war auch noch nicht im Capitol und vielleicht schaffe ich es auch noch nach Florida, wenn mich eine Geschichte dort hinbringt.

