DW Volontariat 2026/2027: Sie sind da!

Athina Bohner

Wenn du dich nicht entschieden hättest, Journalistin zu werden: Welchen anderen Beruf hättest du ergriffen?
Politikerin oder Diplomatin. Als junge Hamburgerin träumte ich davon, Bundeskanzlerin zu werden. Angela Merkel war dabei ein großes Vorbild: Wie sie Deutschland durch innen- und außenpolitische Krisen führte, bestärkte mich in dem Wunsch, die Welt ein Stück besser zu machen.
Was ist die eine Erfindung oder Innovation, die du zu erleben hoffst?
Ich wünsche mir ein System, das die Weisheiten vergangener Generationen bewahrt und zugängig macht – einschließlich des Wissens indigener Gemeinschaften, also ein richtiges "menschliches Archiv". In Zeiten von KI und schnellem technologischen Wandel laufen wir sonst Gefahr, den sozialen Kern zu verlieren, der unsere Identität prägt. Eine gut organisierte Plattform, die traditionelle Rezepte, Volksmärchen, und mündliche Geschichten sammelt, könnte uns helfen, Vergangenheit und Gegenwart durch interkulturellen Dialog miteinander zu verbinden.
Mit wem würdest du gerne mal ein Getränk deiner Wahl trinken und warum?
Ich würde den Komiker Trevor Noah gerne auf einen Mango Smoothie treffen. Sein Buch "Born a Crime" hat mich sehr beeindruckt, besonders seine ehrliche Art zu erzählen, wie sein Aufwachsen in der Apartheid Südafrikas seine Weltsicht geprägt hat. Ich bewundere seinen Humor, seine globale Perspektive und die Fähigkeit, Gespräche auf Augenhöhe zu führen – Eigenschaften, die ich sehr schätze.
Die Welt braucht dringend diesen neuen TikTok-Trend:
Einfach mal eine Woche auf die App zu verzichten. Inspiriert von Australiens neuem Social-Media-Verbot für unter 16-Jährige wäre das eine erfrischende Challenge gegen das süchtig machende, endlose Scrollen. Danach zurückzukehren kann jungen Menschen helfen, bewusster mit der App umzugehen, sich wieder mehr auf die Prioritäten im echten Leben zu konzentrieren und über ihren Umgang mit der digitalen Welt nachzudenken.
Ein Gegenstand/eine Sache, ohne die du dir dein Leben nicht mehr vorstellen kannst:
Züge! Ob für den Arbeitsweg oder zum langsamen Reisen durch schöne Landschaften – ich kann mir das Leben ohne sie kaum vorstellen. Letzten Herbst bin ich zwei Wochen lang von der Heimat meiner Mutter, Bulgarien, in die Heimat meines Vaters, Ungarn, mit alten Regionalbahnen gefahren. Ich bin sehr gespannt, wohin mich das Deutschland-Ticket als Nächstes hinbringt!
Yousra Feriel Drioua

Wenn du dich nicht entschieden hättest, Journalistin zu werden: Welchen anderen Beruf hättest du ergriffen?
Es gibt so viele Berufe, die mich reizen, aber wenn ich mich entscheiden müsste, wären es drei: Barista, Eventorganisatorin oder Moderatorin. Was diese Rollen für mich verbindet, ist das Schaffen von Erlebnissen, die andere fühlen, genießen und in Erinnerung behalten.
Was ist die eine Erfindung oder Innovation, die du zu erleben hoffst?
Ich würde mir Innovationen wünschen, die beispielsweise Mobilität oder Sehvermögen für diejenigen wiederherstellen, die dies brauchen. Technologien, die Menschen dabei helfen, ihre Selbstständigkeit zurückzugewinnen, würden die Gesellschaft grundlegend verbessern.
Mit wem würdest du gerne mal ein Getränk deiner Wahl trinken und warum?
Ich hätte gerne Nawal El Saadawi und Frantz Fanon bei einer Tasse Kaffee kennengelernt. Nawal war in meiner Kindheit eine zutiefst kontroverse Figur; erst später begann ich, die Tiefe ihrer Perspektiven wirklich zu verstehen. Gerne würde ich mit ihr über ihre Einschätzungen zur aktuellen Lage in der MENA-Region sprechen, insbesondere über die Rolle von Frauen in der Gesellschaft.
Was Fanon betrifft, würde mich interessieren, wie er das postkoloniale Afrika heute betrachten würde, politisch, strukturell und psychologisch, Jahrzehnte nach der formellen Unabhängigkeit. Ein gemeinsames Gespräch mit beiden würde sicherlich eine spannende und zeitgemäße Diskussion an der Schnittstelle von feministischem Denken und postkolonialer Theorie ermöglichen.
Die Welt braucht dringend diesen neuen TikTok-Trend:
Einen Monat lang auf Social Media zu verzichten und das gleichzeitig zu dokumentieren? Ich finde es spannend zu beobachten, was Menschen tun würden, wenn sie sich ihre Zeit und ihre Aufmerksamkeit zurückholen. Ich frage mich, womit sie ihre Tage füllen würden, welche Hobbys sie entdecken und was ihre Kreativität und Fantasie anregen würde. Wer weiß – vielleicht würde daraus nicht einmal ein Trend entstehen, weil viele das Offline-Sein zu sehr genießen und sich am Ende entscheiden, gar nicht mehr zurückzukehren.
Ein Gegenstand/eine Sache, ohne die du dir dein Leben nicht mehr vorstellen kannst:
Etwas Immaterielles wäre für mich der Glaube. Er ist mein Kompass im Leben. Ein physischer Gegenstand wäre (leider) mein Handy.
Isaac Holmberg

Wenn du dich nicht entschieden hättest, Journalist zu werden: Welchen anderen Beruf hättest du ergriffen?
Ich wäre gerne Strategiespielentwickler geworden, vor allem für Brettspiele. Strategiespiele vereinen vieles, was mir Spaß macht – Politik, Geschichte, das Verhandeln mit anderen Menschen. Als Kind hatte ich sogar eine Phase, in der ich meine eigenen Spiele entwickelte, inklusive selbstgeschnitzter Figuren. Für den Fall, dass ein Brettspiel-Entwickler dies liest – meine Entwürfe sind noch patentfrei!
Was ist die eine Erfindung oder Innovation, die du zu erleben hoffst?
Emissionsfreie Flugzeuge, ebenso wie alle anderen Technologien, die uns ein umweltfreundlicheres und nachhaltigeres Leben ermöglichen. Wenn ich mir jedoch heutige Innovationen im digitalen Bereich oder bei der KI ansehe, frage ich mich manchmal, ob das ständige Streben nach Innovation wirklich der richtige Weg ist. Unsere Aufmerksamkeitsspannen und unsere Selbstbestimmung im Alltag würden wahrscheinlich eher davon profitieren, alte Gewohnheiten aus der Vergangenheit wiederzuentdecken.
Mit wem würdest du gerne mal ein Getränk deiner Wahl trinken und warum?
Mit diesem einen Onkel bei der Familienfeier, der immer wütend über die Politik schimpft. Nicht weil er recht hat, sondern weil seine Wut – und die Leidenschaft, Frustrationen und Ängste, die dahinterstecken – etwas erzählen. Für Journalisten ist das Zuhören wichtig, um zu verstehen, wie Polarisierung und Entfremdung entstehen und was wir dagegen tun können. Und da ich lieber Leuten zuhöre als selbst zu reden, bin ich in dieser Situation einfach nur froh, dass ich wenig tun muss, um das Gespräch am Laufen zu halten.
Die Welt braucht dringend diesen neuen TikTok-Trend:
Ne, so lasse ich mich nicht dazu verleiten, TikTok wieder zu installieren!
Ein Gegenstand/eine Sache, ohne die du dir dein Leben nicht mehr vorstellen kannst:
Meine Schlafmaske. Für mich ist sie eine kleine tragbare Nacht, die ich überall und jederzeit einschalten kann. Kleine Vorwarnung: Bei ihr werde ich schnell defensiv und zögere nicht, darauf hinzuweisen, dass Schlafmasken nachweislich zu besserem Schlaf führen!
Leonie Klingberg

Wenn du dich nicht entschieden hättest, Journalistin zu werden: Welchen anderen Beruf hättest du ergriffen?
Vor ein paar Jahren habe ich meine Liebe für das Kochen entdeckt. Meine Küche ist der Ort, an dem ich mich zuhause fühle, wo ich neue Rezepte ausprobiere und viel zu viele verrückte Kochutensilien aufbewahre. Als ich also letztes Jahr als Köchin in einem kleinen Restaurant anfing, wurde mir klar, dass ich irgendwann selbst Köchin in meinem eigenen kleinen Restaurant sein möchte. Noch weiß ich nicht, was es zu essen geben wird, aber ich weiß, dass mir die Kreativität beim Kochen und die Freude der Gäste sehr viel Spaß bereiten werden.
Was ist die eine Erfindung oder Innovation, die du zu erleben hoffst?
Obwohl ich kochen liebe, hasse ich nichts mehr, als das Chaos danach aufzuräumen. Deshalb hätte ich gerne eine Küche, die sich nach dem Kochen komplett selbst aufräumt, während ich und meine Freunde die leckeren Produkte dieses Chaos verspeisen.
Mit wem würdest du gerne mal ein Getränk deiner Wahl trinken und warum?
Ich würde gerne Robert Schuman, einen der ‚Gründerväter Europas‘ auf ein Bier treffen. Es wäre sicherlich spannend zu erfahren, was Schuman sich damals für das geeinte Europa gewünscht hat und wie er die aktuellen Entwicklungen und seinen heutigen Zustand sieht.
Die Welt braucht dringend diesen neuen TikTok-Trend:
Einen positiven Weg, seine Social Media Sucht zu beenden. Viele Videos, die diejenige als Zielgruppe haben, die weniger soziale Medien nutzen wollen, haben einen sehr negativen Unterton. Sie setzen einen unter Druck und wecken Schuldgefühle, weshalb sie nicht für alle hilfreich sein können, die ihre Gewohnheiten ändern möchten. Ich würde deshalb gerne mehr freundliche Inhalte sehen, die richtige Tipps bieten und kleine Veränderungen vorschlagen. Das könnte vielleicht mehr Menschen zu einer bewussteren Bildschirmzeit verhelfen.
Ein Gegenstand/eine Sache, ohne die du dir dein Leben nicht mehr vorstellen kannst:
Ohne Google Maps und andere Karten-Apps wäre ich vermutlich verloren. Denn auch wenn ich einen guten Orientierungssinn habe, möchte ich gerne ohne Umwege und viel Warten an mein Ziel kommen. Ich kann mir absolut nicht vorstellen, nur mit einer Karte einigermaßen zügig an mein Ziel zu kommen.
Kyra Krall

Wenn du dich nicht entschieden hättest, Journalistin zu werden: Welchen anderen Beruf hättest du ergriffen?
Es gibt so viele Bereiche, die mich faszinieren – von Stadtplanung über Linguistik zu Sicherheitspolitik. Doch am meisten begeistert mich das Theater und seine Fähigkeit, Räume für Begegnung, Fantasie und gesellschaftlichen Wandel zu schaffen. Ich hätte meine Ideen gerne auf der Bühne verwirklicht – sei es als Schauspielerin, Regisseurin oder Dramatikerin.
Was ist die eine Erfindung oder Innovation, die du zu erleben hoffst?
Ein koordinierter globaler Rahmen für nachhaltige Agrarplanung und eine faire, bedarfsgerechte Verteilung von Lebensmitteln, um letztendlich den Welthunger zu beenden.
Mit wem würdest du gerne mal ein Getränk deiner Wahl trinken und warum?
Ich würde gerne meine Urgroßmutter auf ein Glas Milch in ihrem alten Milchladen treffen. Ihr Geschäft befand sich in demselben Haus, in dem meine Familie noch heute lebt, weshalb es umso spannender wäre, unsere Straße vor fast hundert Jahren zu erleben. Meine Uroma war geschieden und alleinerziehende Mutter von drei Töchtern während des Zweiten Weltkriegs. Daher würde ich sie gerne fragen, wie sie mit den Geschlechterrollen ihrer Zeit umgegangen ist und mit welchen ethischen Konflikten sie konfrontiert war.
Die Welt braucht dringend diesen neuen TikTok-Trend:
#PauseYourFeed
Viele von uns haben Schwierigkeiten, unseren Medienkonsum bewusster zu gestalten. Wie wäre es mit einem Trend, der darüber informiert, wie man Doomscrolling achtsam unterbricht, seine Bildschirmzeit reduziert oder bei problematischem Nutzungsverhalten Unterstützung findet? Anhand einfacher Übungen könnten wir Menschen dabei unterstützen, eine gesündere Balance im digitalen Alltag zu finden.
Ein Gegenstand/eine Sache, ohne die du dir dein Leben nicht mehr vorstellen kannst:
Meine Wärmflasche. Offenbar gehört Wärmeerzeugung nicht zu meinen Grundfunktionen.
Emilio Reynoso

Wenn du dich nicht entschieden hättest, Journalist zu werden: Welchen anderen Beruf hättest du ergriffen?
Ich wollte schon immer Filmregisseur werden. Schon in meiner Kindheit, als meine Eltern meine Schwester und mich ins Kino mitnahmen, habe ich mich ins Filmemachen verliebt. Ich liebe es, Geschichten zu erzählen, und dies in großem Maßstab zu tun – mit einem großen Team und einem beträchtlichen Budget – erscheint mir sowohl spannend als auch herausfordernd.
Was ist die eine Erfindung oder Innovation, die du zu erleben hoffst?
Wenn ich mir eine Superkraft aussuchen könnte, wäre es Zeitreisen. Ich würde sehr gerne in die Vergangenheit reisen und miterleben, wie große Erfindungen entstanden sind – zum Beispiel den Wright-Brüdern dabei zusehen, wie sie das erste Flugzeug bauten und testeten, oder Auguste und Louis Lumière bei der Erfindung des Cinématographen beobachten.
Mit wem würdest du gerne mal ein Getränk deiner Wahl trinken und warum?
Ich würde sehr gerne mit Marie Curie sprechen: der ersten Frau, die einen Nobelpreis gewann, der ersten Person, die zwei Nobelpreise erhielt, und der ersten Professorin an der Sorbonne. Ich bin sicher, sie hätte unglaubliche Geschichten zu erzählen, und wir alle könnten etwas von dem Mut und der Entschlossenheit gebrauchen, mit denen sie ihre Träume verfolgte.
Die Welt braucht dringend diesen neuen TikTok-Trend:
Es sollte ein neuer TikTok-Trend werden, TikTok nur eine Stunde am Tag zu nutzen und die restliche Zeit draußen zu verbringen oder bedeutungsvolle Gespräche mit Freunden zu führen.
Ein Gegenstand/eine Sache, ohne die du dir dein Leben nicht mehr vorstellen kannst:
Mein Rollstuhl.
Daria Shamonova

Wenn du dich nicht entschieden hättest, Journalistin zu werden: Welchen anderen Beruf hättest du ergriffen?
Ich bin Journalistin geworden, weil ich schon immer leidenschaftlich gerne geschrieben habe, und deswegen erscheint mir die Tätigkeit als Drehbuchautorin als gute Alternative.
Was ist die eine Erfindung oder Innovation, die du zu erleben hoffst?
Da das Bioprinting bereits Realität ist, hoffe ich sehr, dass noch zu meinen Lebzeiten eine Transplantation eines 3D-gedruckten Organs in einen menschlichen Körper erfolgreich durchgeführt wird.
Mit wem würdest du gerne mal ein Getränk deiner Wahl trinken und warum?
Ich würde mich gerne mit Lin-Manuel Miranda auf eine Tasse Tee treffen und ihn bitten, ein Musical über diese wirren Zeiten zu schreiben, in denen wir uns befinden, damit wir alle wenigstens ein bisschen Sinn darin erkennen könnten.
Die Welt braucht dringend diesen neuen TikTok-Trend:
#SkillInAYear: Filme dich dabei, wie du jeden Tag mindestens eine Minute lang etwas Neues lernst – egal, ob du Gitarre spielst, Malkurse besuchst oder einen Kopfstand machst – und am Ende des Jahres wirst du eine visuelle Zeitleiste haben, die deinen Fortschritt zeigt. Das Filmen stellt nicht nur sicher, dass du dich täglich mit der neuen Fähigkeit beschäftigst, sondern kann auch andere dazu inspirieren, das Gleiche zu lernen, wenn dein Video auf ihrer Startseite landet.
Ein Gegenstand/eine Sache, ohne die du dir dein Leben nicht mehr vorstellen kannst:
Vor einigen Jahren wurde mein Handy gestohlen, wodurch mir bewusst wurde, wie viel von meinem Leben dieses Gerät tatsächlich enthält - Gigabytes an Fotos, Musik und vor allem jahrelange Chats mit Familie und Freunden (wobei ich nicht vergessen darf, dass es mir überhaupt erst ermöglicht, mit ihnen allen in Kontakt zu bleiben, egal wo auf der Welt sie sich gerade befinden). Also, ja, meine Antwort ist definitiv mein Handy - mit permanent aktiviertem Cloud-Speicher, um nie wieder etwas zu verlieren.
Zeeshan Tirmizi

Wenn du dich nicht entschieden hättest, Journalist zu werden: Welchen anderen Beruf hättest du ergriffen?
Ein Auto-Designer, Belletristikautor oder Politiker.
Was ist die eine Erfindung oder Innovation, die du zu erleben hoffst?
Eine Methode, um Krebs dauerhaft zu heilen.
Mit wem würdest du gerne mal ein Getränk deiner Wahl trinken und warum?
Ich würde gerne ein Glas Wasser mit der pakistanischen Musiklegende Nusrat Fateh Ali Khan trinken, um seine Musik einmal live zu hören.
Die Welt braucht dringend diesen neuen TikTok-Trend:
Ein neuer Hashtag-Trend, bei dem Menschen ihre persönlichen Erfahrungen mit mangelnder Barrierefreiheit in der Gesellschaft teilen.
Ein Gegenstand/eine Sache, ohne die du dir dein Leben nicht mehr vorstellen kannst:
Hosen mit Taschen.
Ardit Toca

Wenn du dich nicht entschieden hättest, Journalist zu werden: Welchen anderen Beruf hättest du ergriffen?
Wahrscheinlich Filmregisseur. Ich würde mein Leben damit verbringen, die leisen, menschlichen Momente einzufangen, die oft übersehen werden. Es ist immer noch Storytelling – nur durch eine andere Linse.
Was ist die eine Erfindung oder Innovation, die du zu erleben hoffst?
Einen "Nostalgie-Alarm"! Ein inneres Signal, das dir sagt: Pass auf – diesen Moment wirst du eines Tages vermissen. Wir sollten Dinge wertschätzen, bevor sie zu Erinnerungen werden.
Mit wem würdest du gerne mal ein Getränk deiner Wahl trinken und warum?
Mit meinem zukünftigen Ich in zehn Jahren. Ich möchte wissen, welche der heutigen Sorgen den Stress wirklich wert waren – und welche einfach nur Angst waren.
Die Welt braucht dringend diesen neuen TikTok-Trend:
#ContextMatters: Nimm einen viralen Clip aus dem Kontext und zeige in 60 Sekunden, was fehlt. Lass die ganze Geschichte schneller reisen als die Lüge.
Ein Gegenstand/eine Sache, ohne die du dir dein Leben nicht mehr vorstellen kannst:
Bewegungsfreiheit. Die Möglichkeit, Grenzen zu überschreiten, neue Realitäten kennenzulernen und mit einer erweiterten Perspektive zurückzukehren.
Muna Turki

Wenn du dich nicht entschieden hättest, Journalistin zu werden: Welchen anderen Beruf hättest du ergriffen?
Eine Physikerin, die Forschung betreibt – ganz im Sinne meiner Ausbildung.
Eine spannende Option für mich wäre die Arbeit in einem interdisziplinären Bereich gewesen. Beispielsweise könnte ich mathematische Methoden aus der Physik anwenden, um Trends in der öffentlichen Meinung zu verstehen, die von Massenmedien und sozialen Medien beeinflusst werden.
Was ist die eine Erfindung oder Innovation, die du zu erleben hoffst?
Ich hoffe, wir schaffen eines Tages gemeinwohlorientierte Modelle für die unverzichtbaren Technologien unserer Zeit, wie soziale Medien und KI. Die aktuellen Modelle werden weitgehend von gewinnorientierten Anreizen und mitunter von den Interessen mächtiger Technologiekonzerne geprägt, während der Einfluss der Öffentlichkeit schwindet.
Mit wem würdest du gerne mal ein Getränk deiner Wahl trinken und warum?
Ich würde gerne Elinor Ostrom einen Chai zubereiten und mit ihr über die Bedeutung kollektiven Handelns für nachhaltige wirtschaftliche Lösungen, politische Integrität und Wohlstand sprechen. Genau jene Leistung, die ihr den ersten Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften einbrachte, der jemals an eine Frau verliehen wurde.
Die Welt braucht dringend diesen neuen TikTok-Trend:
"Erkläre es mir so, als hätte ich die letzten fünf Jahre verpasst!"
Vertikale Videos, die einen größeren Kontext zu einer Nachricht bieten, entsprechen der Nachfrage nach qualitativ hochwertigen, gehaltvollen und kurzen Nachrichten.
Ein Gegenstand/eine Sache, ohne die du dir dein Leben nicht mehr vorstellen kannst:
Gedruckte Bücher und Zeitungen. Sie fühlen sich intimer, erdender an und ermöglichen langsameres, tieferes Nachdenken.
Jessica Volz

Wenn du dich nicht entschieden hättest, Journalistin zu werden: Welchen anderen Beruf hättest du ergriffen?
Tauchlehrerin – Menschen beibringen, unter Wasser zu atmen, ruhig zu bleiben und die Welt aus einer völlig neuen Perspektive zu sehen. Meine Begeisterung für die Unterwasserwelt weiterzugeben, indem ich sie anderen öffne: Risiken erklären, das Tempo herausnehmen und zeigen, dass Klarheit mit dem Atmen beginnt.
Letztendlich sind beide Berufe gar nicht so unterschiedlich. Es geht um Vertrauen, Vorbereitung und Perspektive. Menschen sicher durch Unsicherheit zu begleiten, fühlt sich über und unter Wasser erstaunlich ähnlich an.
Was ist die eine Erfindung oder Innovation, die du zu erleben hoffst?
Teleportation - weil ein globales Leben nicht zwangsläufig auf Kosten des Klimas gehen sollte. Weniger Reisen, mehr Ankommen, weniger Emissionen und trotzdem nah beieinander bleiben.
Mit wem würdest du gerne mal ein Getränk deiner Wahl trinken und warum?
Albert Einstein bei einem Glas Rotwein. Nicht für ein Gespräch über Physik, sondern über Neugier, Zweifel und den Umgang mit Unsicherheit. Wie ist er neugierig geblieben, ohne immer sofort Antworten zu wollen? Wie hat er es geschafft, in seiner Zeit hoffnungsvoll zu bleiben? Und ganz ehrlich: auch, weil er wohl ziemlich witzig war.
Die Welt braucht dringend diesen neuen TikTok-Trend:
"Explain it like I’m tired" heißt: Dinge so erklären, dass sie selbst dann noch Sinn ergeben, wenn man abends völlig erschöpft im Bett liegt und gedankenlos durch TikTok scrollt. Ohne Buzzwords, ohne Drama – dafür verständlich und auf den Punkt. Daraus könnte eine Challenge werden: Ein Filter zeigt ein völlig zufälliges Wort oder Konzept an, und man hat 40 Sekunden Zeit, es so einfach und klar wie möglich zu erklären.
Ein Gegenstand/eine Sache, ohne die du dir dein Leben nicht mehr vorstellen kannst:
Irgendeine Art von Kamera: Ich dokumentiere fast alles! Teils, um mich zu erinnern, teils, um besser zu verstehen. Besonders liebe ich ganz natürliche Aufnahmen von Menschen: ihre Vibes, Stimmen, ihr Lachen, und genau deshalb bettelt mein Cloud-Speicher regelmäßig verzweifelt um ein Upgrade.
Farid Zuchrinata

Wenn du dich nicht entschieden hättest, Journalist zu werden: Welchen anderen Beruf hättest du ergriffen?
Ich habe sowohl Journalismus als auch Psychologie studiert, also wäre Psychologie die naheliegende Wahl gewesen. Aber in einem alternativen Universum, in dem meine Entscheidungen nicht durch mein (mangelndes) Talent für körperliche Bewegung begrenzt wären, wäre ich liebend gern Balletttänzer geworden. Ich finde es einfach unglaublich schön, wie im Ballett Kraft, Kontrolle und Anmut vereint werden.
Was ist die eine Erfindung oder Innovation, die du zu erleben hoffst?
Die Kommunikation mit Außerirdischen – obwohl ich mir nicht sicher bin, ob meine Neugier oder meine Angst davor überwiegt.
Etwas weniger kosmisch gedacht, würde ich mir wünschen, dass in meiner Lebenszeit hochwirksame Behandlungen für PTBS (Posttraumatische Belastungsstörung) und Schizophrenie entwickelt werden.
Mit wem würdest du gerne mal ein Getränk deiner Wahl trinken und warum?
Ich würde gerne einen Tee mit einer jüngeren Version meiner Mutter trinken, um zu sehen, wie sie in meinem Alter war und wie sich das Leben damals für sie angefühlt hat.
Alternativ habe ich kürzlich einen wunderschönen Film namens Lilies Not for Me gesehen und ich wünschte mir, ich könnte mich mit einem der Charaktere, Owen, unterhalten. Ein Schriftsteller im England der 1920er Jahre, wird Owen gegen seinen Willen wegen seiner Homosexualität in eine psychiatrische Anstalt eingewiesen und dort gefährlichen Behandlungen ausgesetzt – eine Erfahrung, die viele Menschen tatsächlich machen mussten.
Seine Sensibilität und emotionale Feinfühligkeit haben mich sehr berührt. Vielleicht würde es ihm – so melancholisch es auch sein mag – ein wenig Trost spenden, zu wissen, dass sich die Welt letztendlich zum Besseren verändern wird.
Die Welt braucht dringend diesen neuen TikTok-Trend:
"Ein Brief an mein Ich im Jahr 2036."
Nimm ein kurzes Video auf und sage deinem zukünftigen Ich alles, was du willst – deine Hoffnungen, Warnungen, Bedauern, wilde Ideen – so verwandeln wir TikTok in eine globale Zeitkapsel.
In genau zehn Jahren kommen wir alle zurück, drücken auf Play und schauen, wie weit wir gekommen sind – vorausgesetzt, dass TikTok bis dahin nicht von irgendeiner bizarren, KI-gesteuerten Endlos-Scroll-Plattform ersetzt wurde.
Ein Gegenstand/eine Sache, ohne die du dir dein Leben nicht mehr vorstellen kannst:
Mein Atmungssystem.


