DW Akademie in Uganda und Tansania

In Uganda und Tansania unterstützt die DW Akademie Medien, die konstruktiven und inklusiven Dialog zwischen Gemeinschaften, Entscheidungsträgern und der Zivilgesellschaft fördern.

Uganda Lokal-Reporterin Leah Iyolu führt Interview mit App "Voice Deck"
Bild: Musoke Lawrence

In Städten wie Kampala oder Dar es Salaam gibt es eine lebendige Medienlandschaft. In ländlichen Regionen sieht das oft anders aus: Dort fehlt es an Medienangeboten, die über lokale Themen berichten und die Stimmen der Menschen vor Ort aufgreifen.

Viele Medienhäuser sitzen in der Stadt. Weil Ressourcen knapp sind, können Journalistinnen und Journalisten selten in entlegene Gegenden reisen. Oft berichten sie über das, was leicht erreichbar ist – wichtige Anliegen aus ländlichen Regionen bleiben dadurch außen vor. Dabei ist gerade dort der Zugang zu verlässlichen Informationen besonders wichtig. Für viele Menschen ist das Radio die wichtigste, manchmal sogar einzige Informationsquelle.

Besonders junge Menschen, Frauen sowie Geflüchtete und Asylsuchende sind in öffentlichen Diskursen unterrepräsentiert, obwohl sie wichtige Perspektiven und kreative Lösungsansätze einbringen könnten. Uganda etwa beherbergt mehr als 1,7 Millionen Geflüchtete – die höchste Zahl in Afrika. Viele von ihnen leben in Siedlungen mit eingeschränktem Zugang zu zielgruppengerechten Informationen, insbesondere in verständlichen Sprachen.

Unser Engagement

Die DW Akademie arbeitet mit lokalen Medien zusammen, um Formate zu fördern, die den Dialog stärken, lösungsorientiert, offen und nah an den Bedürfnissen der Menschen vor Ort.

Laden Sie unsere Evaluationsberichte für Uganda und Tansania am Ende der Seite herunter. (auf Englisch)

Stimmen Gehör verschaffen – den Dialog verbessern

In ländlichen Regionen Ugandas und Tansanias bleiben viele Themen ungehört. Um das zu ändern, kooperiert die DW Akademie mit Radiosendern und engagierten Community-Reporterinnen und -Reportern. Diese berichten über bislang wenig beachtete Themen und Fragen, die den Alltag der Menschen betreffen – etwa defekte Wasserbrunnen oder fehlende Gesundheitsversorgung in abgelegenen Gebieten. Die Beiträge werden von Journalistinnen und Journalisten aufgegriffen, redaktionell aufbereitet und in Radiosendungen eingebunden, die informieren, zum Nachdenken anregen und den Dialog fördern.

Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf konfliktsensibler Berichterstattung: Die Programme sollen helfen, Spannungen zu vermeiden und konstruktive Gespräche anzustoßen. In Radiosendungen und öffentlichen Foren kommen Bürgerinnen und Bürger, zivilgesellschaftliche Organisationen und lokale Entscheidungsträgerinnen und -träger miteinander ins Gespräch.

Die DW Akademie qualifiziert sowohl ausgebildete Journalistinnen und Journalisten als auch Community-Reporterinnen und -Reporter in journalistischen Grundlagen und Berufsethik. Während Journalistinnen und Journalisten zu Themen wie Transparenz und Rechenschaft fortgebildet werden, lernen Community-Reporterinnen und -Reporter, mit dem Smartphone Interviews zu führen und Geschichten aus ihrer Umgebung zu erzählen. Die Radiosender selbst werden darin gestärkt, sich langfristig als Plattformen für lokalen Dialog zu etablieren, sowohl inhaltlich als auch wirtschaftlich.

In Zusammenarbeit mit der Media Challenge Initiative (MCI) trägt das Projekt dazu bei, dass lokale Themen auch auf nationaler Ebene gehört werden.

Räume für junge Menschen und Frauen schaffen

In Uganda und Tansania setzt sich die DW Akademie dafür ein, dass junge Menschen und Frauen nicht nur gehört werden, sondern aktiv an der Gestaltung des öffentlichen Dialogs mitwirken. Ihre Erfahrungen, Ideen und ihr Engagement leisten einen wichtigen Beitrag für inklusive und zukunftsgerichtete Entwicklungen in ihren Gemeinschaften.

Gemeinsam mit lokalen Medien stärkt die DW Akademie die journalistische Kompetenz zur Produktion partizipativer Formate, die die Perspektiven junger Menschen und Frauen sichtbar machen.

Im SparkChange Programm können engagierte Menschen aus ländlichen Gebieten ihre Projektideen einreichen, wie junge Menschen und Frauen in ländlichen Gebieten gestärkt werden können. Die ausgewählten Teilnehmenden durchlaufen einen Innovationsprozess, in dem sie ihre Ideen entwickeln, testen und weiterentwickeln.

Workshops zu Leadership und Selbstwirksamkeit unterstützen sie dabei, ihre Projektideen vor Ort zu entfalten.

Auf lokaler Ebene fördert die DW Akademie kreative Ausdrucksformen, von Musik über Poetry bis hin zu Podcasts oder visuellem Storytelling. So entstehen neue Räume für Sichtbarkeit und Austausch um Dialoge zu fördern.

Geflüchteten Gehör verschaffen

Die DW Akademie setzt sich dafür ein, dass Geflüchtete nicht nur Zugang zu verlässlichen Informationen erhalten, sondern auch ihre Perspektiven einbringen können. Besonders in Kontexten, in denen es an mehrsprachigen und zielgruppengerechten Angeboten fehlt, spielt das Radio eine zentrale Rolle für Teilhabe und Integration.

In Uganda unterstützt die DW Akademie den Radiosender Bidibidi FM in einer der größten Geflüchtetensiedlungen der Welt. Der Sender wird maßgeblich von Geflüchteten selbst gestaltet. Er liefert verlässliche Informationen, fördert den Dialog zwischen Geflüchteten und Aufnahmegemeinschaften und trägt so zum friedlichen Zusammenleben bei. Ein Feedback-Mechanismus rmöglicht es außerdem, Anliegen aus der Gemeinschaft direkt an humanitäre Organisationen weiterzugeben – damit Hilfe dort ankommt, wo sie gebraucht wird.

In Tansania arbeitet die DW Akademie mit Radio Kwizera zusammen, einem Radiosender mit langjähriger Erfahrung im Bereich Geflüchtetenberichterstattung. Die Journalistinnen und Journalisten erhalten Unterstützung bei der Produktion von Beiträgen, die die Lebensrealität Geflüchteter widerspiegeln und zum respektvollen Miteinander beitragen.

Mittelgeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), Europäische Union (EU)

Program Director: Miriam Ohlsen

Einsatzorte: Uganda und Tansania

Partner: African Centre for Media Excellence (ACME), Bidibidi FM 95.3, Busoga One FM 90.6, Elgon FMEtoil a Karamoja FM 92.7, Etop Radio 99.4 FM,Girl Up Initiative UgandaKasese Guide Radio, Media Challenge Initiative (MCI), Media Focus on Africa, Mighty Fire 91.5 FM, Radio Buddu 98.8FM and 95.5FM, Radio Pacis, Radio Rupiny 95.7FM, Radio West 100.2 FM, Spice FM Hoima 89.9, Voice of Kigezi FM, Voice of Toro FM

Schwerpunkte: Medien- und Journalismusausbildung, Sicherheit von Medienschaffenden, Zukunftsfähigkeit der Medien, Innovation für Dialog, partizipative Medieninhalte und Community-Medien, zivilgesellschaftliche Teilhabe

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